Fotobücher: Saal Digital im Test

Der Anbieter Saal Digital bietet Profifotografen immer mal wieder die Möglichkeit, die Produkte vergünstigt auf Herz und Nieren testen zu dürfen. Eine Gelegenheit, die ich nun genutzt habe.

Getestet habe ich zwei zwei Produkte: Das Echtfotobuch sowie ein PRemium-Produkt aus der Professional Line.

Fotobuch

Beim Echtfotobuch im Format 19×19 habe ich mich für einen glänzenden Hardcover-Einband mit Innenseiten auf mattem Fotopapier entschieden. Die Ausbelichtung der Fotobücher von Saal Digital erfolgt grundsätzlich auf Echtfotopapier, das (gegenüber dem klassischen Digitaldruck) unter anderem einen weiteren Farbraum, höhere Brillanz und Schärfe bietet.

Software

Der Gestaltungsassistent ist einfach gehalten, die Bedienung ist weitgehend intuitiv. Es lassen sich einige Designlinien auswählen, die jedoch eher an die gute alte Zeit der ClipArts erinnern. Ich habe hier einen sehr zurückhaltenden Stil gewählt und werde bei der nächsten Bestellung gänzlich auf eine Vorlage verzichten und die Seiten wahrscheinlich per Photoshop selbst bauen.

Der Assistent ist schnell herunter geladen. Mit dem AutoLayout sind Seiten zügig automatisch auf Basis von Layoutvorlagen angelegt. Zu spät habe ich verstanden, dass die Funktion für jede Einzelseite deaktiviert werden kann (oder: muss), wodurch man nicht mehr sklavisch an den Vorlagen hängt. Dort habe ich nämlich das ein oder andere Mal eine Passende vermisst, die ich mir dann selbst gebaut hätte.

Klasse ist, dass sich Seiten bei diesem Produkt flexibel hinzufügen lassen – da es sich um gebundene Einzelseiten handelt, müssen nicht (wie bei manchem Wettbewerber) jeweils 4 Seiten hinzugefügt werden. (Weitere Details siehe unten.)

Extras

Gegen Aufpreis können optional noch Extras wie passende Schutzboxen, die Wattierung des Covers oder ein Wegfall des aufgedruckten Barcodes gebucht werden.

Lieferung

Erfolgte prompt nach wenigen Tagen in guter Verpackung – so muss das sein. Es irritiert etwas, dass es auf der Website überhaupt kein Kundenkonto gibt, in dem sich der Auftrag nachverfolgen und nachbestellen ließe.

Ergebnis

Die Qualität ist wirklich hervorragend und grenzt sich deutlich vom Wettbewerb ab. Das matte Fotopapier ist eine Pracht.

Alle Fotobücher kommen standardmäßig mit einer sogenannten Leporello-Bindung. Gegenüber der Klebe- oder Klammerbindung, die beim klassischen Druck verwendet werden, gibt es keinen störenden Falz, der in der Mitte der Seite Bildteile “verschluckt”. Gerade bei Fotos, welche über die gesamte Doppelseite platziert werden, ist das ein deutlicher Vorteil – vor allem bei Portraits. Auch gibt es kein lästiges Zurückfallen von Seiten und auch keine störenden Klammern in der Seitenmitte.

Schön wäre gewesen, wenn die Vorlage es auch erlaubt hätte, den Buchrücken zu gestalten – so steht nun ein seitlich komplett weißes Buch im Regal. Außerdem überzeugt der Umschlag nicht vollkommen, er wirkt etwas “foliert” – so, wie damals meine Schulbücher. Hier würde ich beim nächsten Mal die matte Variante testen. Wohlgemerkt ist das Meckern auch hohem Niveau, für hochwertige Produktionen hat Saal auf ganzer Linie überzeugt, ich würde ich keinen anderen Anbieter mehr wählen wollen.

Die Professional-Line

Kommen wir zum zweiten Test: Das getestete Produkt ist ein Fotobuch der Professional Line XT mit den Maßen 40×30. Die Innenseiten sind auch hier auf mattem Fotopapier, das Cover aus Acryl und Leder. Die Cover-Oberfläche besteht aus schwarzem Leder, den Barcodelasse ich hier entfallen. Mit rund 180 Euro definitiv Premium.

Die Professional Line von Saal überzeugt auf ganzer Linie. Schon auf den ersten Blick ist das Buch beeindruckend: Das gestochen scharfe Acrycover lässt das Buch wie ein gerahmtes Bild wirken. Auch die Verarbeitung überzeugt. Der schwarze Ledereinband wirkt sehr hochwertig. Der Hinterdeckel ist komplett mit Glattleder bezogen. Zudem wirken die Übergänge zum Cover stabil und die Innenseiten wurden bündig in den Einbandspiegel eingearbeitet.

Qualität

Die Druckqualität ist hervorragend und noch einmal deutlich besser als die der üblichen Fotobücher. Dank seiner Größe erinnert das Buch an einen Bildband, der auch kleinste Details – wie fallende Zuckerkrümel – erkennen lässt. Dieser Eindruck wird auch durch die bei Saal übliche durchgängige Seitengestaltung verstärkt, die in der Seitenmitte nur eine kaum sichtbare Falzkante zurücklässt. Die Gestaltung des Albums habe ich bewusst einfach gehalten, ohne verspielte Layouts, mit maximal vier Bildern pro Doppelseite. Ganz nach dem Motto „weniger ist mehr”, erinnern besonders die Doppelseiten mit nur einem Bild in dieser Größe an Kunstwerke, das zum ausgiebigen Betrachten einlädt.

Konfiguration

Wie bei jedem Programm muss man auch mit der Software von Saal Digital zunächst vertraut werden. Beherrscht man einige Kniffe, ist die Gestaltung eines solch klassischen Fotobuchs, ohne komplexes Layout, fast ein Kinderspiel. Ein wenig schade sind dennoch die begrenzten Formatvorlagen für die Anordnung der Bilder. Zwar kann man Vorlagen auch neu erstellen. Diese abzuspeichern und wiederzufinden könnte jedoch einfacher sein. Ebenfalls etwas unpraktisch ist der regelmäßig erforderliche Wechsel zwischen der manuellen und der automatischen Bildanordnungsfunktion, bei dem sich zum Teil die Programm-Schaltflächen verschieben.

Resümee

Insgesamt überzeugt das Fotobuch voll und ganz. Es ist ein echter Hingucker. Will man dennoch etwas finden, was vielleicht nicht ganz perfekt ist, ist es ein Hauch von Gelbstich im Acrylcover.